Freenet will Preisdruck auf Konkurrenz ausüben
Montag Mai 05th 2008, 08:30
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Vor kurzem wurde bekannt, dass der Telekom-Konzern Freenet seinen Konkurrenten Debitel übernehmen wird. Zwar bedarf die Übernahme noch einer Zustimmung durch das Bundeskartellamt, dennoch schmiedet Freenet-Chef Eckhard Spoerr ehrgeizige Pläne.
So erklärte er im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus, dass man gemeinsam mit Debitel eine große Marktmacht darstelle. “Wir entscheiden mit darüber, welche Telefonnetze ausgelastet werden”, so Spoerr. Dies wolle man nutzen, um unter den Mobilfunk-Konkurrenten “Preiszugeständnisse zu erzwingen”, heißt es.
Sollte die Übernahme von Debitel genehmigt werden, wird Freenet mit rund 19 Millionen Kunden zum drittgrößten Mobilfunkanbieter in Deutschland aufsteigen. “Das wird ein neues Spiel der Kräfte sein”, so Spoerr. Insgesamt möchte das Unternehmen 1,6 Milliarden Euro für die Übernahme seines Konkurrenten ausgeben.
Dass mit der Übernahme von Debitel auch Arbeitsplätze verloren gehen, ist ein offenes Geheimnis. Zwar will die Konzernspitze erst nach der Übernahme über das weitere Verfahren mit Arbeitsplätzen und Standorten diskutieren, Spoerr erklärte jedoch, dass über Personalanpassungen geredet werden müsse, wenn zwei Unternehmen zusammengehen, die ähnliches tun.
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Freenet kauft Debitel trotz Gegenwehr von Großaktionären
Montag April 28th 2008, 09:17
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Auch massive Gegenwehr seiner Großaktionäre United Internet und Drillisch hat Freenet nicht vom Kauf von Debitel abgehalten.
Der Aufsichtsrat habe dem Erwerb zugestimmt, teilte Freenet in der Nacht zum Montag im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf mit. Noch am Sonntag hatte United-Internet-Chef Ralf Dommermuth, der an einer Übernahme von Freenet interessiert ist, ein höheres Angebot in Aussicht gestellt, falls Freenet von seinen Kaufplänen Abstand nimmt.
Freenet-Chef Eckhard Spoerr ließ das offenbar unbeeindruckt, er zog seine Übernahmepläne durch. Durch die Transaktion wird der Finanzinvestor Permira, dem Debitel gehört, neuer Großaktionär des norddeutschen Telekommunikationsunternehmens. Permira erhalte 32 Millionen neue Freenet-Aktien aus einer Kapitalerhöhung, teilte die Firma mit, womit die Beteiligung dann 24,99 Prozent erreiche. Außerdem leihe Freenet Permira 132,5 Millionen Euro als verzinsliches Verkäuferdarlehen. Debitel werde mit einer Schuldenlast von 1,135 Milliarden Euro übernommen. Das Kartellamt muss dem Deal noch zustimmen.
REAKTION VON DOMMERMUTH UND DRILLISCH STEHT NOCH AUS
Dommermuth, der nach eigenen Angaben über einen Zugriff auf die Mehrheit an Freenet verfügt, hatte versucht, dass Blatt noch im letzten Moment zu wenden. In einem Brief, der Reuters vorlag, schrieb Dommermuth an Spoerr, acht institutionelle Investoren hätten Interesse bekundet, ihre Freenet-Anteile an das Internetunternehmen aus Montabaur zu verkaufen. Diese Anleger hielten 32,6 Prozent an Freenet. “Zusammen mit den von uns und von der Drillisch AG> gehaltenen Aktien wären dies über 58 Prozent des Grundkapitals der Freenet AG.”
Der Debitel-Kauf durch Freenet ist ein Rückschlag für United Internet, das Freenet selbst übernehmen will - aber nur ohne Debitel. “Die Abgabe eines Übernahmeangebotes würde selbstverständlich voraussetzen, dass die Debitel Transaktion nicht durchgeführt wird”, schrieb Dommermuth am Sonntag.
United Internet habe verstärktes Interesse an einer Übernahme von Freenet, erklärte Dommermuth. Sobald Freenet mehr Informationen zur Geschäftslage vorgelegt habe, werde United Internet innerhalb von fünf Arbeitstagen entscheiden, ob es eine Offerte vorlege. Dann sei es möglich, dass United Internet 16 Euro je Freenet-Aktie biete. Zuletzt hatte Dommermuth zwei Euro weniger in Aussicht gestellt. Ein neues Gebot würde Freenet insgesamt mit 1,5 Milliarden Euro bewerten. An der Börse schloss die Freenet-Aktie am Freitag mit 11,26 Euro.
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